Heilpflanzenlexikon

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Rita Wenczel

Scharbockskraut

Scharbockskraut ist ein typischer Vorbote des Frühlings. Schon lange profitieren Europäer nach der langen Winterzeit von der Vitamin C reichen Pflanze, weshalb die Pflanze auch oft als Frühlingssalat bezeichnet wird. Die Blätter wurden auch als wirksames Mittel gegen Skorbut (= Scharbock) eingesetzt, vor allem als um 1500 die langen Entdeckungsreisen auf dem Meer zu massenhaften Skorbut-Ausbrüchen führten.
Wissenschaftlicher Name: Ranunculus ficaria L.
Charakteristik
Scharbockskraut wird in etwa 5-15 cm hoch und hat goldgelbe Blüten mit einem Durchmesser von etwa 25 mm. Ihr dreiblättriger Kelch umfasst die mehrblättrigen, sternförmig ausgebreiteten Kronblätter. Diese sind an der Unterseite grün, weshalb sie beim Schließen unscheinbar werden. Die Blüten haben zahlreiche Staubblätter und Fruchtknoten. Bei Regenwetter schließen sich die Blüten, sie sind aber auch bei Schönwetter nicht vor 9 Uhr und nach 17 Uhr offen.  Blätter und Stengel sind kahl und fleischig, in ihren Blattwinkeln sitzen Brutknöllchen. Die unteren Blätter sind lang, gestielt, wechselständig und rundlich-herzförmig, die oberen Blätter sind fünflappig. Zwischen den Wurzeln liegen fleischige, kegelförmige Wurzelknollen. 
Die Pflanze ist in fast ganz Europa, Westasien und Nordafrika heimisch. Charakteristisch ist ihr scharfer, unangenehmer Geschmack. Medizinisch wurde das frische Kraut verwendet.

Anwendungsbereiche von Scharbockskraut
Innere Anwendung: früher bei Skorbut, Wundblutungen, Zahnfleischblutungen und Gelenkschwellungen. Äußere Anwendung: früher bei Hämorrhoiden, Warzen und Krätze.
Dosierung
Keine bekannt.
Risiken und Nebenwirkungen
Risiken und Nebenwirkungen bei bestimmungsmäßiger Anwendung der getrockneten Droge sind nicht bekannt. Bei längerem Hautkontakt mit der frischen, verletzten Pflanze besteht durch den Inhaltsstoff Protoanemonin die Gefahr einer Haut- und Schleimhautreizung. Außerdem kann es zu Bläschenbildung und Verätzungen kommen sowie beim Verzehr großer Mengen der frischen Pflanze zu Reizungen des Magen-Darmtraktes, sowie zu Reizungen der ableitenden Harnwege. 
Sonstige Anwendung
Die jungen, vor der Blütezeit geernteten Blätter bereichern im Frühling Salate oder Quark. Da sie vor der Blütezeit nur wenig Protoanemonin enthalten, sind sie in kleinen Mengen unbedenklich. Ein zusätzlicher Geschmackstest gibt über den Protoanemoningehalt Sicherheit. Schmeckt sie stechend-bitter, sollte die Pflanze vor dem Verzehr getrocknet werden, um sie zu entgiften. Da andere Hahnenfußgewächse wesentlich mehr Protoanemonin enthalten, dürfen sie nicht mit Scharbockskraut verwechselt werden.
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