Heilpflanzenlexikon

Das Heilpflanzenlexikon ist ein Service Ihrer Apotheke.
In der Coverflow-Funktion können Sie die gewünschte Heilpflanze
auswählen. Oder Sie benutzen die untenstehende Funktion.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß und interessante Informationen.

Copyright: LianaM/Shutterstock.com
Sandra Göbel

Hohlzahn, gelber

Erste Erwähnungen des gelben Hohlzahns findet sich bereits bei den Alten Griechen. Sie schätzten die Pflanze als Mittel vor allem gegen Lungenkrankheiten. Auch in den folgenden Jahrhunderten blieb sie als Heilpflanze stets in Gebrauch. Neben ihrem „klassischen“ Anwendungsgebiet bei Erkrankungen der Atemwege kamen neue Bereich hinzu, etwa Entwässerung und Wundreinigung, Besonders im 18. und 19. Jahrhundert wurde der Hohlzahn als Wundermittel gegen die Schwindsucht gepriesen: Mischungen mit Hohlzahn wurden unter Namen wie „Blankenheimer Tee“ oder „Lieber’scher Auszehrungstee“ zu teils horrenden Summen verkauft. Schließlich verboten die Behörden 1824 den Handel dieser angeblichen Universalheilmittel gegen Tuberkulose. Anschließend geriet die Pflanze zunehmend in Vergessenheit. Die Droge wirkt aufgrund ihres Gerbstoffgehaltes adstringierend und antimikrobiell, aufgrund des Saponingehaltes auswurffördernd.
Wissenschaftlicher Name: Galeopsis segetum.
Charakteristik
Der gelbe Hohlzahn erreicht eine Höhe von bis zu 50 cm. Seine Stengel sind aufrecht, stark ästig und mit kurzen Flaumhärchen bewachsen. Die Blätter sind eiförmig und gestielt mit grob gesägten Blattrand. Während der Blütezeit im Juli und August bilden sich große, blassgelbe Lippenblüten. Sie sitzen in einem 5-zähnigen Blütenkelch. Die Pflanze ist einjährig. Ihren Namen „Hohlzahn“ verdankt sie zwei kleinen hohlen Höckern auf der Unterlippe der Blüten.Medizinisch verwendet wird das blühende Kraut.
Anwendungsbereiche
Innere Anwendung: bei leichtem Husten und BronchitisVolksmedizin: bei Lungenerkrankungen und als Diuretikum
Dosierung
Tagesdosis: 6 g DrogeTeezubereitung: 2 g fein zerschnittene Droge mit kochendem Wasser übergießen oder mit kaltem Wasser ansetzen und aufkochen, nach 5 Minuten abseihen; mehrmals täglich eine Tasse trinken; evtl. mit Honig süßen
Wirkung und Nebenwirkungen
Risiken der bestimmungsgemäßen Anwendung therapeutischer Dosen der Droge und Nebenwirkungen sind nicht bekannt.
Quellen:Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke: Heilpflanzen CD-ROM (Herbal Remedies), 2003 MedPharm
< Zurück