Gesundheitsthemen

Das medizinische Fachgebiet Lungenheilkunde

Die Lungenheilkunde (Pulmonologie, Pulmologie oder Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit Diagnose und Therapie von Erkrankungen der Lunge und des Bronchialsystems befasst. Der Lungenfacharzt (Pulmologe) betreut vor allem Patienten mit Lungenkrankheiten wie Asthma sowie allen anderen Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege. Akute Erkrankungen werden meist vom Hausarzt oder Internisten behandelt. Sollte dort die Therapie nicht zu ausreichender Besserung der Beschwerden führen, wird vom niedergelassenen Lungenfacharzt genauer diagnostiziert und weiterbehandelt oder es erfolgt gleich eine stationäre Einweisung in eine Klinik, manchmal sogar in eine Lungenfachklinik.

Die Thoraxchirurgie ist zuständig für alle operativen Eingriffe an Lunge und Herz, für die der Brustkorb geöffnet werden muss, wie z. B. die Entfernung eines tumorbefallenen Lungenlappens.

Von: Kristine Raether-Buscham, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski

Riechtraining für Covid-19-Nasen

Rose, Zitrone, (Gewürz)nelke

Covid-19 attackiert nicht nur die Lunge, sondern auch die Nase. Viele Patient*innen können noch Monate nach der Erkrankung nicht richtig riechen. Doch mit dem geeigneten Training erholt sich das Riechorgan meist wieder vollständig.

Über 50% der Coronakranken betroffen

Mehr als die Hälfte der Coronakranken ist von einem Verlust des Geruchssinns betroffen – oft ist er sogar eines der ersten Symptome. Typischerweise ist die Nase dann nicht verstopft und auch sonst liegen keine Erkältungsbeschwerden vor, erläutert HNO-Arzt Thomas Hummel von der Uniklinik Dresden.

Nun ist der Verlust des Geruchssinns keine lebensbedrohliche Angelegenheit. Lästig ist er jedoch schon, vor allem wird der Genuss beim Essen dadurch deutlich getrübt. Zum Glück regenerieren sich die meisten SARS-Cov-2-geschädigten Riechorgane wieder. 80 bis 95 % der Betroffenen können nach spätestens zwei Monaten wieder riechen. Bei 5 bis 15% bleibt der Riechverlust allerdings über Monate bestehen.

Krafttraining fürs Riechorgan

Fördern lässt sich die Erholung der Riechzellen mit konsequentem Riechtraining. Trainiert wird dabei mit vier starken Gerüchen. Besonders gut eignen sich die Duftnoten Rose, Zitrone, Eukalyptus und Gewürznelke, an denen morgens und abends je eine halbe Minute lang geschnuppert werden soll. Doch das Riechtraining erfordert Geduld, warnt der Experte. Oft sind Monate nötig, um eine Verbesserung zu erreichen.

Das Riechtraining lässt sich durchaus in Eigenregie vornehmen, meint Hummel. Um allerdings objektiv zu erkennen, wie stark der Geruchssinn geschädigt ist und ob er sich bessert, sollte man die Beschwerden fachärztlich abklären lassen. In manchen Kliniken wurden dafür sogar extra Riechsprechstunden eingeführt.

Vitamin A in die Nase

Vielleicht hilft auch Vitamin A dem lädierten Geruchssinn auf die Sprünge: Es deutet sich an, dass die lokale Verabreichung des Vitamins in die Nase die Ergebnisse des Riechtrainings erheblich verbessern könnte. Aktuell laufen dazu vielversprechende Studien, berichtet Hummel.

Quellen: Ärzteblatt

10.06.2021 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: xJuanxAlbertoxRuizx/imago-images.de