Gesundheitsthemen

Kieferklemme

Kieferklemme (Ankylostoma): Unmöglichkeit, den Mund mehr als nur geringfügig zu öffnen. Am häufigsten als Folge einer komplizierten Weisheitszahnentfernung oder Entzündung an nur teilweise sichtbaren Weisheitszähnen mit Schwellung und Eiterbildung. Die Betroffenen können oft nicht mehr essen, da der Mund nur wenige Millimeter aufgeht. Die Behandlung erfolgt durch Antibiotika und die Öffnung des Abszesses.

Bei einem nicht behandelten Kieferbruch oder einer Entzündung in der Nähe des Kiefergelenks schwillt der Unterkieferwinkel an und die Weichteile verhärten sich. Der Mund lässt sich nun nicht mehr öffnen. Ein Arztbesuch ist lebenswichtig, da sich ausbreitender Eiter zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen kann. Früher war eine Kieferklemme häufig das erste Anzeichen einer Tetanusinfektion.

Von: Dr. med. dent. Gisbert Hennessen; Thilo Machotta, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski

Zur täglichen Mundhygiene gehören mehrmaliges Zähneputzen und der Einsatz von Mundwasser.

Diabetes und Parodontitis

Mit Vorsorge gegen Zahnverlust

Diabetes ist ein Risikofaktor für die Entstehung einer behandlungsbedürftigen Entzündung des Zahnhalteapparats (Parodontitis). Experten raten Diabetespatienten zu regelmäßigen Zahnkontrollen und gründlicher Mundhygiene.

Diabetes und Parodontitis: eine fatale Kombination

Parodontitis gilt weltweit als die häufigste chronische Erkrankung. Zu Beginn verursacht bakterieller Zahnbelag eine oberflächliche Entzündung des Zahnfleisches, die sich unbehandelt zu einer Parodontitis entwickeln kann. Der Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), Prof. Dirk Müller-Wieland, erläutert: „Außer mangelnder Mundhygiene sind Rauchen, Stress und genetische Faktoren Ursachen für diese chronische Entzündung.“ Für Diabetiker sieht er besondere Gefahren: „Ist der Blutzuckerspiegel […] schlecht eingestellt, steigt das Risiko für Parodontitis stark an. Auch ist dann die Zahnfleischbehandlung komplizierter, der Krankheitsverlauf schwerer, ein Zahnverlust häufiger.“ Die beobachtete erhöhte Sterblichkeit bei Diabetespatienten mit Parodontitis liegt in Entzündungsvorgängen begründet, die sich negativ auf das Herz auswirken.

Regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt

Da eine Parodontitis meist schmerzfrei verläuft, rät der DDG-Experte Erhard Siegel: „Es ist […] wichtig, unbedingt auf erste Warnzeichen wie Zahnfleischbluten, geschwollenes Zahnfleisch, Mundgeruch, Änderungen der Zahnstellung oder länger werdende, gelockerte Zähne zu achten.“ Da Zahnärzte bereits frühe Stadien einer Parodontitis erkennen und behandeln können, empfiehlt Siegel Menschen mit Diabetes, mindestens einmal jährlich zur zahnärztlichen Kontrolle zu gehen.

Quelle: DDG

Weitere Informationen zum Selbsttest, um das eigene Parodontitisrisiko einzuschätzen, auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie.

07.08.2018 | Von: Simone Lang; Bild: sebra/Shutterstock.com