Gesundheitsthemen

Die Rolle der Ernährung bei der Zahngesundheit

Gesunde Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen und Obst massiert das Zahnfleisch und führt dem Körper die notwendigen Vitamine zu. Bei grob geschrotetem Korn können die Schrotspelzen aber auch zu kleinen Verletzungen der Mundschleimhaut und des Darms führen. Ausreichendes Trinken spült die Zahnzwischenräume und beseitigt die groben Essensreste.

Speziell nach süßen und süß-klebrigen Lebensmitteln (Honig, Schokolade, Nutella & Co.) oder auch „nur" stärkehaltigen Speisen wie Nudeln, Reis, Kartoffeln und Chips sollten die Zähne baldmöglichst gründlich gereinigt werden. Kariesbakterien lieben gut am Zahnschmelz haftenden Zucker. Besonders Popcorn kann durch die harten dünnen Schalen, die sich unter das Zahnfleisch schieben, schnell eine Zahnfleischentzündung verursachen. Es ist daher besser, einmal am Tag etwas mehr Süßes zu essen und sich danach die Zähne zu putzen, als den ganzen Tag über kleine Portionen zu naschen.

Für Kinder sollten zuckerhaltige Getränke nach dem abendlichen Zähneputzen tabu sein, auch Erwachsene tun sich mit einem nächtlichen Imbiss keinen Gefallen.

Von: Dr. med. dent. Gisbert Hennessen, Thilo Machotta, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski

Karies tritt häufig schon bei Kleinkindern auf. Eltern sollten daher von Beginn an auf die Zahnpflege des Nachwuchses achten.

Studie: Karies ist nicht erblich

Faule Zähne durch Faulheit?

Karies ist vor allem bei Kindern ein Problem. Unklar blieb bislang, welche Rolle die Gene bei der Zahnfäule spielen. Eine neue Studie liefert nun Antworten.

Zucker und Milchgebiss: eine denkbar ungünstige Kombination. Denn vor dem Zahnwechsel weisen Kinderzähne nur einen halb so dicken Zahnschmelz auf wie danach. Ein leichtes Ziel also für Bakterien, die sich von Zucker ernähren. „Wir müssen regelmäßig Kleinkinder in Vollnarkose behandeln, um ihr Gebiss zu sanieren“, beklagt der Münchner Kinderzahnmediziner Jan Kühnisch.

Rolle der Gene nimmt im Laufe der Kindheit stark ab

Bislang blieb unklar, welche Rolle Gene und Umwelteinflüsse bei der Entstehung von Karies spielen. Zwar zeigte sich in Untersuchungen an Zwillingen, dass die Bakterienflora im Mund durch das Erbgut vorgegeben ist. Eine neue Studie mit fast 500 Zwillingspärchen im Alter von fünf bis elf Jahren relativiert das jedoch: Demnach unterscheiden sich die Karies-Bakterien auch bei Zwillingen. Zudem nahmen die sonstigen Gemeinsamkeiten der Mundflora schon in den ersten Lebensjahren ab. Je älter die Kinder waren, desto eher bestimmten Ernährung und Zahnpflege die Gesundheit ihrer Beißer.

Eltern müssen auf gute Ernährung und Zahnpflege achten

Die gute Nachricht: Da die Gene keine große Rolle spielen, lässt Karies sich leichter verhindern als bislang angenommen. In der Pflicht stehen dabei die Eltern: Zuckerhaltige Lebensmittel wie etwa Fruchtsäfte sollten möglichst selten auf dem Kinder-Speiseplan stehen. Beim Zähneputzen (mindestens zwei Mal täglich mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta) ist die Dauer entscheidend, zwei Minuten sind das Minimum! Auch zuckerfreie Kaugummis helfen, indem sie den Speichelfluss nach den Mahlzeiten anregen.

Weitere Tipps zur Zahnhygiene erhalten Sie hier:

  • Das 1 x 1 der guten Zahnpflege
  • Hilfsmittel zur Mundhygiene


Quelle: Süddeutsche Zeitung

05.12.2017 | Von: Leonard Olberts; Bild: Africa Studio/Shutterstock