Gesundheitsthemen

Auch der Tod ist ein Geschäft

Die Kosten für die Leistungen von Begräbnisinstituten schwanken beträchtlich, und nicht überall werden Kosten und Preise offengelegt. Wenn es auch unfassbar scheint, soll nicht unerwähnt bleiben, dass es Begräbnisunternehmen gibt, die die emotionale Ausnahmesituation von Trauernden finanziell ausnutzen.

Wer vom Sterben und Tod eines nahe stehenden Menschen betroffen ist, hat in der Regel nicht die Kraft, Rechnungen genau zu prüfen. Doch Trauernde sollten nicht blind vertrauen und genau hinschauen, bevor sie Rechnungen bezahlen.

Sie müssen auch wissen, dass es kein Sterbegeld mehr von den Krankenkassen gibt. Das bedeutet: Der Arzt, der den Totenschein ausstellt, muss ebenso honoriert werden wie alle Leistungen des Bestattungsunternehmens.

Es ist vernünftiger, auch von Bestattungsunternehmen einen schriftlichen Kostenvoranschlag zu verlangen, in dem alle Einzelleistungen aufgelistet sind, als vorschnell zu unterschreiben. Dieser Kostenvoranschlag sollte die folgenden Positionen enthalten:

  • Ärztliche Untersuchung des Verstorbenen und Totenschein
  • Sterbeurkunde
  • Bei Einäscherung: Kosten für das amtsärztliche Gutachten, die Feuerbestattungsgenehmigung und die Urne (Hinweis: auch bei einer Feuerbestattung muss ein Sarg gekauft werden).
  • Kosten für die Todesanzeige
  • Kosten für den Sarg mit Griffen, Innenauskleidung, Kissen und Decke
  • Überführungskosten des Verstorbenen
  • Herrichten des Toten (Waschen und Anziehen)
  • Blumenschmuck für Trauerfeier und Sarg, Trauerredner bei Konfessionslosen
  • Gebühr für die Nutzung der Trauerhalle
  • Erste Miete für die Grabstätte
  • Evtl. gemeinsames Essen nach der Bestattung.

Die Pflege des Grabs ist ein guter Weg, der Trauer einen Rahmen und einen Ort zu geben. Es ist deshalb zu fragen, ob alle Dienstleistungen, die für die Grabpflege von Bestattungsunternehmern und Gärtnereibetrieben angeboten werden, in Anspruch genommen werden sollen.

Ein Sarg kann beispielsweise zwischen 300 € und 6 000 € kosten. Im Durchschnitt kostet eine Bestattung 4 500 €; die Preise sind regional sehr verschieden [D04]. Trauernde, die tief betroffen sind vom Tod eines Menschen, sollten sich nicht scheuen, in diesen finanziellen Angelegenheiten die Unterstützung von Vertrauenspersonen anzunehmen.

Die letzte und zugleich teuerste Position im Rahmen der Beerdigung (Begräbnis) ist die Anfertigung und die Aufrichtung des Grabsteins. So wichtig ein würdiger Gedenkstein ist: Er sollte nicht schon gleich nach dem Todesfall beauftragt werden, sondern in Ruhe und auch mit zeitlichem Abstand zur Bestattung. Denn die Kosten variieren genauso wie die Gestaltungsmöglichkeiten: Kleine Steintafeln, z. B. in Form eines aufgeschlagenen Buches, sind mit Inschrift unter 1 000 € zu haben, richtige Grabsteine aus behauenem Naturstein und mit eingravierten Buchstaben kosten das Zehnfache und mehr. Auf der anderen Seite haben viele Kommunen die Gestaltungsvorschriften liberalisiert, sodass inzwischen vielerorts Alternativen zur Natursteinplatte möglich sind. In jedem Fall lohnt es sich da, erst einmal wieder zur Ruhe zu kommen und nicht alles schnell „hinter sich bringen zu wollen“.

Von: Dr. med. Arne Schäffler, Elke Achtner-Theiß in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski

Alarmsysteme schützen Demente

Technische Unterstützung

Wenn demente Menschen zu Hause versorgt werden, birgt das durchaus Gefahren. Sie reichen vom vergessenen Teekessel über nicht abgedrehte Wasserhähne bis hin zum orientierungslosen Weglaufen. Doch technische Unterstützungssysteme können die Demenzkranken schützen und Angehörige entlasten.

Brandgefahr und Wasserschäden

Drei Viertel aller Demenzpatienten in Deutschland werden in ihrem häuslichen Umfeld betreut. Dürfen sie dabei noch mit Wasser, Herd und Ofen hantieren, sollte man schützende Alarmsysteme installieren. Smarte Wassermelder zum Beispiel: Sie erkennen übergelaufene Badewannen oder anderes ausgetretenes Wasser und melden dies, z. B mit akustischen Signalen und voreingestellter SMS oder Email an die Kontaktperson. Im Handel sind solche Wassermelder schon ab 30 Euro zu haben.

Herdüberwachungssystem sind teurer. Ab einem Preis von etwa 300 Euro erkennen sie aber nicht nur Rauch, sondern stellen automatisch Herd und Ofen ab. Andere Modelle registrieren, ob sich eine Person bei angestellter Kochplatte vom Herd entfernt hat — und stellen diese dann ebenfalls aus. Oft wird auch gleichzeitig eine Kontaktperson via Handy alarmiert. Smarte Rauch- und Hitzemelder geben frühzeitig Alarm, wenn es irgendwo zu heiß wird oder sogar raucht, und zwar sowohl akustisch als auch übers Handy.

Medikamenteneinnahme kontrollieren

Selbstständigkeit ist für viele demente Menschen auch bei der Medikamenteneinnahme wichtig. Damit sie ihre Tabletten nicht mehrfach schlucken, sind Medikamentenspender von Vorteil. Elektronische Versionen geben die Pillen nur nach bestimmten Vorgaben, z. B. zu bestimmten Uhrzeiten, frei. Oft sind die Geräte auch mit einem akustischen Erinnerungsalarm versehen und sorgen dafür, dass die Einnahme nicht vergessen wird. Die Preise reichen von 50 bis 300 Euro.

Ortungsgeräte bei Weglauftendenz

Ein weiteres großes Problem bei Dementen ist ihre Weglauftendenz. Verlassen sie verwirrt und orientierungslos ihr häusliches Umfeld, endet dies meist in großangelegten Suchaktionen. Hier können Ortungsgeräte oder GPS-Tracker helfen: Im Browser oder einer Smartphone-App lässt sich in Sekundenschnelle erkennen, wo sich der oder die Vermisste aufhält. Die Systeme gibt es in Form von Handys, Armbanduhren, Schlüssel- oder Kettenanhängern und sogar als Einlegesohlen für Schuhe.

Manche Geräte haben auch die Funktion des Geofencings. Damit legt man einen virtuellen Zaun fest, in dessen Bereich sich die Personen frei bewegen können. Verlassen sie den festgelegten Bereich, werden Angehörige über ein Alarmsignal benachrichtigt.

Türkontakt-Alarme sind eine Alternative zu GPS-Trackern. Dabei wird über Funk das Überschreiten der Türschwelle gemeldet, den Sensor trägt der Patient am Gürtel. Andere Sensoren können an Fenstern und Türen angebracht werden, sie melden z. B., ob diese offen stehen oder geöffnet wurden.

Eine Frage der Ethik

Die Kosten dieser Systeme variieren erheblich. Ist das System mit einem Hausnotruf verbunden, übernimmt in manchen Fällen die Pflegekasse einen Teil. Neben den Kosten sind jedoch vor allem rechtliche und ethische Fragen zu bedenken. Angehörige, die Ortungssysteme anwenden wollen, sollten sich dazu im Vorfeld Rat vom zuständigen Amtsgericht einholen.

Quelle: SpringerMedizin

11.03.2021 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Ocskay Mark/Shutterstock.com