Gesundheitsthemen

Dreimonatsspritze

Die Dreimonatsspritze wird alle drei Monate vom Frauenarzt in den Gesäßmuskel gespritzt, um ein Gestagen-Hormondepot (Depotgestagene) aufzubauen. Aus diesem werden kontinuierlich geringe Hormonmengen ins Blut abgegeben, wodurch für drei Monate ein dauerhafter Empfängnisschutz gewährleistet ist. Nachteil der Dreimonatsspritze ist, dass sie, im Gegensatz zur „Pille" und Minipille bei Unverträglichkeit nicht sofort abgesetzt werden kann. Deshalb sowie aufgrund der ausgeprägten Nebenwirkungen ist die Dreimonatsspritze nur für Frauen geeignet, die andere Verhütungsmethoden nicht vertragen und/oder bei denen die regelmäßige Einnahme der „Pille" schwierig, eine dauerhafte Verhütung aber gewünscht ist, wie z. B. bei sehr unregelmäßigen Arbeitszeiten (Schichtarbeit, Flugbegleiterinnen), bei chronischen Magen-Darm-Erkrankungen, aber auch bei Drogen- oder Alkoholabhängigkeit sowie geistiger Behinderung.

Nach einer Schwangerschaft kann frühestens sechs Wochen nach der Entbindung mit der Dreimonatsspritze verhütet werden, da sonst schwere und verlängerte Blutungen drohen.

Durchführung. Die erste Spritze gibt der Frauenarzt während der ersten fünf Tage nach Menstruationsbeginn und wird dies in Abständen von ~ 90 Tagen regelmäßig wiederholen.

Nebenwirkungen. Im Vergleich zur heutzutage niedrig dosierten Minipille ist die Dreimonatsspritze ein Hormonhammer. Bei vielen Frauen kommt es anfänglich zu Zwischenblutungen und langfristig bleibt bei der Mehrzahl der Frauen die Monatsblutung aus. Nach der Behandlung dauert es 4–8 Monate, bis sich wieder ein regelmäßiger Zyklus einstellt. Bei jüngeren Frauen kann die Dreimonatsspritze zur Verminderung der Knochendichte (Osteoporose) führen und ist deshalb nur in Ausnahmefällen anzuwenden. Zu den weiteren Nebenwirkungen zählen starke Gewichtszunahme, Galaktorrhoe, Libidoverlust, Blähungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Verstimmungen. Bei entsprechender Veranlagung kann Akne auftreten (oder schlimmer werden).

Sicherheit. Mit einem Pearl-Index von 1 ist die Dreimonatsspritze sicher.

Frauen unter 20 Jahren werden die Kosten von der Krankenkasse erstattet.

Weiterlesen: andere hormonelle Verhütungsmethoden

Von: Dr. med. Andrea Stadler, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).

Eltern sollten schon früh möglichst viel und aufmerksam mit ihren Kindern kommunizieren.

Sprache bei Babys und Kleinkindern

Zuwendung der Eltern fördert Sprechen

Die sprachliche Entwicklung von Säuglingen und Kleinkindern verläuft rasant. Wichtige Grundlage dafür ist die direkte Kommunikation und Zuwendung der Eltern.

Sprache beginnt für Babys schon vor der ersten Lautäußerung – denn die Stimme der Mutter wird bereits im Mutterleib wahrgenommen. Gerade nach der Geburt ist die Mutter die wichtigste Bezugsperson für den Säugling, auch was Kommunikation angeht. Laut Kinder- und Jugendarzt Dr. Ulrich Fegeler profitieren sie insbesondere von der direkten Ansprache durch Mutter und Vater: „Eltern wählen automatisch einfache Worte, betonen die Vokale übertrieben, machen längere Pausen, benutzen einen höheren Tonfall, wiederholen das Gesagte mehrmals und kommentieren es mimisch oder durch Gesten, um die Aufmerksamkeit des Kindes zu wecken und die Bedeutung des Gesagten/Wortes verstehbar zu machen.“

Kinder lernen auch durch Gestik der Eltern

Sprache aus dem Radio oder Fernsehgerät könne den zugewandten Gesicht-zu-Gesicht-Kontakt nicht ersetzen, betont der Mediziner. Stattdessen müsse individuell auf die Lautäußerungen und anderen Bedürfnisse des Kindes eingegangen werden. Ab etwa einem halben Jahr unterstützen vor allem Gesten die sich nun beschleunigende Sprachentwicklung. „Indem Eltern auf etwas zeigen und dann die Bezeichnung dafür sagen, helfen sie den Wortschatz ihres Kindes zu erweitern“, erklärt Fegeler. Unterstützend dabei wirken Bilderbücher, die mit zunehmendem Alter komplexer werden. Von zwei bis drei Jahren können Eltern ihre Kinder dann bereits einfache Fragen zu den Bildergeschichten beantworten lassen.

Fragen und Erklären wird mit zunehmendem Kinderalter wichtiger

Für Kinder ab drei Jahren eignen sich die sogenannten „Wimmel“-Bilderbücher und kurze Gute-Nacht-Geschichten – diese können Eltern ihre Kinder durch einfache Fragestellungen nacherzählen lassen. In diesem Alter beginnt zudem die „Fragephase“ des Kindes. Eltern sollten auf das Nachfragen möglichst klare Erklärungen geben und den Nachwuchs dazu anregen, bereits erworbenes Wissen zu aktivieren. Fegeler fasst zusammen: „Grundsätzlich gilt: Wenn man mit den Kindern viel spricht, also viel Sprache hineinsteckt, kommt irgendwann auch viel Sprache vom Kind zurück. Kommunikation und Zuwendung ist die beste Sprachförderung.“

Quelle: Kinderärzte im Netz

05.05.2017 | Von: Leonard Olberts; Bild: FamVeld/Shutterstock