Gesundheitsthemen

Diaphragma

Ein Diaphragma (Scheidendiaphragma, Scheidenpessar, Pessar) ist eine in einen Drahtring gefasste Latex- oder Silikonmembran, die nicht verschreibungspflichtig ist, vom Frauenarzt aber angepasst werden muss und von der Frau kurz vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt wird. Geeignet für Frauen, die nur gelegentlich Sex haben oder nicht hormonell verhüten möchten, sowie als Ergänzung zur natürlichen Verhütung. Bei häufigem Partnerwechsel ist das Diaphragma nicht zu empfehlen, da es keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten bietet.

Durchführung. Kurz vor dem Geschlechtsverkehr bestreicht die Frau das Diaphragma mit einer Spermien abtötenden Creme (Spermizid) und führt es in die Scheide ein. Hierfür wird das Diaphragma mit der Öffnung nach oben leicht zusammengedrückt und solange tief in die Scheide geschoben, bis es zwischen hinterem Scheidengewölbe und vorderer Scheidenwand „einrastet". Nach dem Loslassen öffnet sich das Diaphragma und wirkt als Barriere, die den Zugang zur Gebärmutter versperrt und das Eindringen von Spermien unmöglich macht. Das Diaphragma sollte nicht zu klein, nach dem Einsetzen allerdings auch nicht spürbar sein. Da es am Rand jedoch nicht völlig dicht ist, ist das Spermizid zur sicheren Verhütung unerlässlich. Bei mehrmaligem Geschlechtsverkehr sollte Spermizid zwischendurch immer wieder (mit dem Finger oder einer Einführhülse) in die Scheide nachgegeben werden, ohne dabei das Diaphragma zu entfernen oder zu verschieben. Zwischen dem Einsetzen des Diaphragmas und dem Geschlechtsverkehr dürfen nicht mehr als zwei Stunden vergehen, da das Spermizid sonst seine Wirkung verliert.

Spermizide gibt es als Creme, Gel oder Zäpfchen. Die handelsüblichen Spermizide enthalten den Wirkstoff Nonoxynol-9, der Spermien abtötet (z. B. Ortho Creme® oder Diaphragma-Gel Nonox®). Inzwischen gibt es aber auch Spermizide, die auf der Basis von Milch- und Zitronensäure hergestellt sind und so den Säuregrad des Scheidenmilieus erhöhen (DiaphragmaGel Lacto®, DiaphragmaGel Citro®). Dadurch werden die Spermien gelähmt. Das Spermizid sollte mindestens zehn Minuten vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt werden. Manchmal führt dies bei der Frau allerdings zu einem Brennen und unangenehmem Wärmegefühl im Scheidebereich, aber auch beim Mann kann eine allergische Reaktion auftreten.

Übrigens: Spermizide sind als alleiniges Verhütungsmittel ungeeignet, sie müssen immer mit mechanischen Verhütungsmethoden kombiniert werden. Beachten Sie auch, dass bestimmte Spermizide wie z. B. Scheidenzäpfchen die Latexstruktur des Kondoms angreifen – verwenden sie also nur Spermizide, die ausdrücklich für den Einsatz mit Kondomen freigeben sind (steht auf Verpackung und Beipackzettel).

Nach dem Geschlechtsverkehr muss das Diaphragma noch mindestens acht Stunden in der Scheide bleiben. So lange dauert es, bis die Spermien im saueren Scheidenmilieu ihre Befruchtungsfähigkeit verlieren. Spätestens nach 24 Stunden sollte es aber entfernt werden, damit Gebärmuttersekrete abfließen und keine Scheideninfektionen entstehen. Nach der Benutzung das Diaphragma mit Wasser reinigen, gründlich abtrocknen und trocken aufbewahren.

Sicherheit. Mit einem Pearl-Index von 6–18 ist das Diaphragma ohne Spermizid ein unsicheres Verhütungsmittel, mit Spermizid mit einem Pearl-Index von ~ 3 ein relativ sicheres. Um das Diaphragma richtig einzusetzen, erfordert es Übung und Geduld.

Nach einer Schwangerschaft muss das Diaphragma neu ausgemessen und gewechselt werden, da sich der Muttermund geweitet hat.

Je nach Modell sind die Preise unterschiedlich, hinzukommen die Kosten für Spermizide. Für die Anpassung und dazugehörige Untersuchung beim Frauenarzt ist ebenfalls zu zahlen. Ein gut gepflegtes Diaphragma hält 2–3 Jahre, bevor es ausgewechselt werden muss.

Weiterlesen: weitere mechnische und chemische Verhütungsmethoden

Von: Dr. med. Andrea Stadler, Dr. med. Arne Schäffler

Eltern sollten schon früh möglichst viel und aufmerksam mit ihren Kindern kommunizieren.

Sprache bei Babys und Kleinkindern

Zuwendung der Eltern fördert Sprechen

Die sprachliche Entwicklung von Säuglingen und Kleinkindern verläuft rasant. Wichtige Grundlage dafür ist die direkte Kommunikation und Zuwendung der Eltern.

Sprache beginnt für Babys schon vor der ersten Lautäußerung – denn die Stimme der Mutter wird bereits im Mutterleib wahrgenommen. Gerade nach der Geburt ist die Mutter die wichtigste Bezugsperson für den Säugling, auch was Kommunikation angeht. Laut Kinder- und Jugendarzt Dr. Ulrich Fegeler profitieren sie insbesondere von der direkten Ansprache durch Mutter und Vater: „Eltern wählen automatisch einfache Worte, betonen die Vokale übertrieben, machen längere Pausen, benutzen einen höheren Tonfall, wiederholen das Gesagte mehrmals und kommentieren es mimisch oder durch Gesten, um die Aufmerksamkeit des Kindes zu wecken und die Bedeutung des Gesagten/Wortes verstehbar zu machen.“

Kinder lernen auch durch Gestik der Eltern

Sprache aus dem Radio oder Fernsehgerät könne den zugewandten Gesicht-zu-Gesicht-Kontakt nicht ersetzen, betont der Mediziner. Stattdessen müsse individuell auf die Lautäußerungen und anderen Bedürfnisse des Kindes eingegangen werden. Ab etwa einem halben Jahr unterstützen vor allem Gesten die sich nun beschleunigende Sprachentwicklung. „Indem Eltern auf etwas zeigen und dann die Bezeichnung dafür sagen, helfen sie den Wortschatz ihres Kindes zu erweitern“, erklärt Fegeler. Unterstützend dabei wirken Bilderbücher, die mit zunehmendem Alter komplexer werden. Von zwei bis drei Jahren können Eltern ihre Kinder dann bereits einfache Fragen zu den Bildergeschichten beantworten lassen.

Fragen und Erklären wird mit zunehmendem Kinderalter wichtiger

Für Kinder ab drei Jahren eignen sich die sogenannten „Wimmel“-Bilderbücher und kurze Gute-Nacht-Geschichten – diese können Eltern ihre Kinder durch einfache Fragestellungen nacherzählen lassen. In diesem Alter beginnt zudem die „Fragephase“ des Kindes. Eltern sollten auf das Nachfragen möglichst klare Erklärungen geben und den Nachwuchs dazu anregen, bereits erworbenes Wissen zu aktivieren. Fegeler fasst zusammen: „Grundsätzlich gilt: Wenn man mit den Kindern viel spricht, also viel Sprache hineinsteckt, kommt irgendwann auch viel Sprache vom Kind zurück. Kommunikation und Zuwendung ist die beste Sprachförderung.“

Quelle: Kinderärzte im Netz

05.05.2017 | Von: Leonard Olberts; Bild: FamVeld/Shutterstock