Gesundheitsthemen

Verhütungscomputer

Der Verhütungscomputer ist ein kleiner tragbarer Computer zur Messung der Aufwachtemperatur (Temperaturcomputer) oder des Hormonspiegels im Urin (Hormoncomputer) mit jeweils automatischer Anzeige des aktuellen Zyklustags und des Fruchtbarkeitsstatus. Temperaturcomputer funktionieren nach dem Prinzip der Basaltemperaturmethode, Hormoncomputer bestimmen die LH- und Östrogenwerte. Geeignet für Frauen, die einen geregelten Zyklus und Tagesrhythmus haben und auf eine bequeme Art „natürlich" verhüten wollen, bei richtiger Handhabung als Verhütungsmethode sicher.

Durchführung Temperaturcomputer. Nach dem Aufwachen wird mit einem Messfühler 30 Sekunden lang die Temperatur unter der Zunge gemessen. Kurz darauf wird per rotem (fruchtbare Tage), gelbem (Fruchtbarkeitsstatus unsicher) oder grünem (unfruchtbare Tage) Lämpchen angezeigt, ob ungeschützter Geschlechtsverkehr ohne Schwangerschaftsrisiko möglich ist.

Durchführung Hormoncomputer. An kritischen Tagen fordert der Computer die Anwenderin zum Einlegen eines urinbenetzten Teststäbchens auf (gelbes Licht). Der Laborcomputer misst im Urin die Hormone Östrogen und LH und entscheidet daraufhin, ob Geschlechtsverkehr ohne Risiko möglich ist: Rotes Licht bedeutet gefährlich und grünes sicher. Ein Symbol auf dem Display zeigt neben dem aktuellen Zyklustag den Eisprung an. Das Teststäbchen muss in einem Zeitraum von sechs Stunden eingelegt werden (ausgehend vom Zeitpunkt des Knopfdrückens am Zyklustag).

Sicherheit. Je länger ein Verhütungscomputer benutzt und mit Zyklusdaten „gefüttert" wird, desto mehr sichere „grüne" Tage kann er ausweisen, so dass sich die Anzahl der gefährlichen, roten Tage nach etwa 4 Monaten von anfänglichen 10 – 15 auf 6 – 12 reduziert. Der Pearl-Index liegt dennoch bei ~ 5. Das Problem liegt aber weniger in der Sicherheit der Methode, als vielmehr im Unsicherheitsfaktor Mensch. Wichtig ist deshalb auch zu wissen, wann die Methode versagt, und dies ist vor allem der Fall bei stark schwankenden Zyklen und bei Zyklen ohne Eisprung (wofür Sie als Indiz unregelmäßige Perioden und Zwischenblutungen oder Schmierblutungen heranziehen können). Auch Zeitumstellungen, z. B. auf Reisen oder eine unregelmäßige Tagesstruktur beeinflussen die Sicherheit.

Familienplanung. Die Technologie des Hormoncomputers lässt sich auch heranziehen, um die optimal fruchtbaren Tage festzulegen, in denen eine Schwangerschaft höchstwahrscheinlich ist. Interessanterweise sind spezielle Fruchtbarkeitscomputer nicht selten viel teurer als einige Modelle der Verhütungscomputer, weshalb ersatzweise auch mit diesen und dann mit den „roten Tagen" gearbeitet werden kann.

Im Gegensatz zu Medikamenten sind die Preise bei Hormoncomputern nicht festgelegt, daher ist es sinnvoll, in mehreren Apotheken oder im Internet zu vergleichen.

Weiterlesen: weitere natürliche Verhütungsmethoden

Von: Dr. med. Andrea Stadler, Dr. med. Arne Schäffler

Verhütung bald nicht mehr nur Frauensache?

Verhütungspille für den Mann

Hormonfrei und ohne Nebenwirkungen

Innerhalb der nächsten zehn Jahre sehen australische Forscher eine hormonfreie Pille für den Mann auf dem Markt, die weder Fruchtbarkeit noch sexuelle Aktivität negativ beeinflusst.

Neuer Ansatz bei der Verhütung

Forscher vom Monash Institut für pharmazeutische Wissenschaften in Melbourne (MIPS) arbeiten an einem Medikament, dass die Spermienbewegung während der Ejakulation verhindert, ohne deren Funktion einzuschränken. Grundlage hierfür sind zwei Eiweiße, die den Spermientransport auslösen. Werden sie blockiert, sind Spermien weiterhin vorhanden aber unbeweglich. Dr. Sab Ventura, der führende Wissenschaftler des Projekts, erklärt: „Unser Ziel ist nicht, die Spermienproduktion zu hemmen, sondern den Transport zu unterbinden.“ Genetische Studien hätten ergeben, dass die Spermien auch unter Medikamenteneinnahme langfristig gesund und funktionsfähig bleiben. Auch Libido und sexuelle Aktivität seinen laut Ventura unbeeinflusst.

Ohne die bekannten Nebenwirkungen

Ein hormonfreies Präparat umgeht die üblichen Nebenwirkungen, die ihre Ursache im Eingriff in den männlichen Hormonhaushalt haben: Libidostörungen, langfristige Unfruchtbarkeit und Geburtsfehler bei zukünftigen Kindern. „Durch unseren hormonfreien Ansatz werden die Spermien nicht geschädigt und die Fruchtbarkeit ist nach Absetzen der Medikamente wiederhergestellt“, resümiert Ventura.

Quelle: Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund

11.04.2018 | Von: Simone Lang; Bild: wavebreak/Shutterstock.com