Gesundheitsthemen

Ginkgo

Ginkgo biloba ist eine aus China stammende Baumart. Sie wird inzwischen weltweit angepflanzt und zählt zu den am intensivsten untersuchten Heilpflanzen. Seit etwa 50 Jahren werden ginkgohaltige Arzneimittel gegen Demenz, Schwindel oder Gedächtnisstörungen eingesetzt. Ihre Wirkung gilt als gut belegt. Für Nahrungsergänzungsmittel hingegen fehlen Wirkungsnachweise. Häufig sind die enthaltenen Ginkgo-Mengen gering.

Inhaltsstoffe von Ginkgo-Produkten

Extrakte werden aus den Blätter des Ginkgo gewonnen. Sie sind reich an sekundären Pflanzenstoffen wie Flavonoiden (zum Beispiel Quercetin), Terpenoiden, Sitosterinen und Anthocyanen. Für ginkgohaltige Nahrungsergänzungsmittel gibt es keine standardisierte Zusammensetzung. Ihr Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen variiert von Produkt zu Produkt. Einzelnen Nahrungsergänzungsmittel werden zusätzlich B-Vitamine oder sekundäre Pflanzenstoffe aus anderen Pflanzen beigemischt. Untersuchungen des Zentrallaboratorium der Deutschen Apotheker wiesen in bestimmten Ginkgo-Produkten unter anderem sekundäre Pflanzenstoffe aus Buchweizen oder dem Japanischen Schnurbaum nach.

Die Wirkung ginkgohaltiger Arzneimittel ist erwiesen.Für Nahrungsergänzungsmittel liegen keine Wirkunsgnachweise vor. Zudem sind die enthaltenen Ginkgomengen sehr unterschiedlich.
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Ginkgo-Produkte als Nahrungsergänzungsmittel

Ginkgo-Produkte werden als Tabletten, Kapseln und Pulver angeboten. Sie sollen die Konzentrationsfähigkeit und die Gedächtnisleistung verbessern. Für ginkohaltige Nahrungsergänzungsmittel ist eine positive Wirkung auf Konzentration und Gedächtnisleistung jedoch nicht bewiesen. Ihre Wirkstoffmenge folgt keinen festgelegten Standards. Die enthaltenen Extrakte und Mengen unterscheiden sich deshalb teils erheblich. Bei einigen Produkten ist die enthaltene Ginkgo-Menge zu gering, um eine Wirkung erwarten zu lassen.

Anders sieht es bei Ginkgo-Arzneimitteln aus: Diese werden von medizinischen Fachgesellschaften unter anderem zur Behandlung leichter Demenzformen empfohlen. Im Gegensatz zu Nahrungsergänzungsmitteln enthalten ginkgohaltige Arzneimittel eine klar definierte Zusammensetzung und Menge an Ginko-Extrakt. Um ihre Zulassung als Arzneimittel zu erhalten, müssen zudem wissenschaftliche Studien ihre Wirkung nachweisen.

Für wen sind Ginkgo-haltige Nahrungsergänzungsmittel geeignet?

Ginkgo-Produkte sind für Menschen geeignet, die ihre Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung verbessern möchten. Die Einnahme sollte nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen. Für gingkohaltige Arzneimittel sind Wirksamkeit und Qualität des Produktes durch ein Zulassungsverfahren gewährleistet. Bei Nahrungsergänzungsmitteln empfiehlt sich ein genauer Blick auf die jeweiligen Produktangaben. 

Auf einigen ginkgohaltigen Produkten steht der Hinweis, dass die Anwendung für Kinder unter 18 Jahren, Schwangere und Stillende nicht vorgesehen ist.

Neben- und Wechselwirkungen von Ginkgo-Produkten

Ginkgo kann Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen sowie allergische Reaktionen hervorrufen. In höherer Konzentration können Ginkgo-Produkte stoffwechselrelevante Enzyme und Eiweiße hemmen oder aktivieren. Dies kann die Wirkung anderer Arzneimittel stören. Ginkgo hat eine blutverdünnende Wirkung. Wer blutverdünnende Medikamente einnimmt, sollte Ginkgo deshalb nur in Absprache mit dem Arzt anwenden. Vor einer Operation müssen Ginkgo-Produkte rechtzeitig abgesetzt werden.

Ginkgohaltige Nahrungsergänzungsmittel können höhere Mengen der unerwünschten Ginkgol-Säure enthalten. Dieser werden vom Bundesinstitut für Risikobewertung in hoher Dosierung gesundheitsschädigende Wirkungen nachgesagt. Für zugelassene Arzneimittel wurde aus diesem Grund eine maximale Höchstgrenze an Ginkgol-Säure festgelegt. Für Nahrungsergänzungsmittel gibt es diese Obergrenze nicht.

Quelle: https://www.verbraucherzentrale.de/ginkgo

Von: Sandra Göbel

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