Gesundheitsthemen

Vitamin H

Synonyme: Biotin, Vitamin B7

Biotin erfüllt als wasserlösliches Vitamin aus dem Komplex der lebenswichtigen B-Vitamine zahlreiche Aufgaben im Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel. Darüber hinaus ist es an der Regulation des Blutzuckerspiegels beteiligt und fördert das Wachstum sowie den Erhalt von Blutzellen, Talgdrüsen, Nervengewebe, Haut und Haaren.

Vorkommen

Biotin wird hauptsächlich über die Nahrung zugeführt und nur zu einem geringen Teil von Bakterien im Darm gebildet. Viele Lebensmittel enthalten Biotin, allerdings in geringer Menge. Haferflocken, Walnüsse und Champignons sind besonders gute Biotinquellen:

  • Haferflocken: 20 Mikrogramm/100 Gramm
  • Walnüsse: 19 Mikrogramm/100 Gramm
  • Champignons: 12 Mikrogramm/100 Gramm
  • Spinat: 6 Mikrogramm/100 Gramm
  • Rindfleisch: 5 Mikrogramm/100 Gramm
  • Kuhmilch: 3 Mikrogramm/100 Gramm

Walnüsse enthalten etwa 19 Mikrogramm Biotin. Darüber hinaus besitzen sie viele ungesättigte Fettsäuren, Vitamin E, B-Vitamine und zahlreiche Mineralstoffe. Doch auch an Kalorien mangelt es den Nüssen nicht. Ihr Genuss sollte deshalb moderat bleiben: maximal 30 g pro Tag.
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Bedarf

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt als Richtwert für die tägliche Biotinzufuhr:

  • Jugendliche und Erwachsene: 30-60 Mikrogramm/Tag
  • Jugendliche: 20¬-30 Mikrogramm/Tag
  • Kinder (7-10 Jahre): 15-20 Mikrogramm/Tag
  • Kinder (1-7 Jahre): 10-15 Mikrogramm/Tag
  • Säuglinge: 5-10 Mikrogramm/Tag

Die durchschnittliche Biotinversorgung in Deutschland ist gut. Der Bedarf wird problemlos über die Ernährung sichergestellt.

Mangelerscheinungen

Ein Biotinmangel äußert sich durch Hautentzündungen, chronische Erschöpfung, Abwehrschwäche, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder depressive Verstimmungen. Auch Haarausfall und brüchige Nägel können Anzeichen eines Biotinmangels sein.

Ursachen:

  • Bei Gesunden kommt ein Biotinmangel allenfalls in der Schwangerschaft vor – bei jeder dritten Schwangeren ist ein leichter Biotinmangel im Urin nachweisbar. Dieser verursacht in der Regel jedoch keine Beschwerden und ist nicht behandlungsbedürftig. Als Ursache vermuten Experten einen schwangerschaftsbedingten schnelleren Abbau des verzehrten Biotins.
  • Ein echter Biotinmangel droht dagegen beim regelmäßigen Verzehr großer Mengen roher Eier (mehr als 10 Eier täglich), da Rohei die Aufnahme des Biotins im Darm hemmt.
  • Auch Arzneimittel gegen Epilepsie (Antikonvulsiva) erhöhen bei dauerhafter Einnahme das Risiko für einen Biotinmangel.
  • Desweiteren wurden bei Dialyse-Patienten Fälle von Biotinmangel beobachtet.
  • Ganz selten ist ein genetisch bedingter Biotinidaseeffekt die Ursache für einen Biotinmangel. Bei dieser Stoffwechselstörung ist die Verwertung von Biotin stark herabgesetzt. Es kommt zu einem lebensbedrohlichen Biotinmangel mit starken Gedeihstörungen. In diesem Fall ist eine lebenslange, tägliche Einnahme von Biotin in Tablettenform nötig.

Biotin als Nahrungsergänzungsmittel

Biotinhaltige Nahrungsergänzungsmittel eignen sich für alle Menschen, die Anzeichen eines Biotinmangels aufweisen oder allgemein die Gesundheit von Haut, Haaren und Nägeln verbessern möchten. Über Dosierung und Dauer der Einnahme berät der Arzt oder Apotheker. Die Wirkung biotinhaltiger Produkte zeigt sich erst nach mehreren Wochen bis Monaten, wenn z.B. Haare und Nägel gesünder nachwachsen.

Überversorgung

Folgen einer Überversorgung sind nicht bekannt. Biotin verursacht als wasserlösliches Vitamin auch in hoher Dosierung keine Beschwerden.

Von: Sandra Göbel

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