Gesundheitsthemen

Vitamin D

Synonyme: Calciferol, Kalciferol

Vitamin D bezeichnet eine Gruppe fettlöslicher Vitamine, die zu 80-90 Prozent unter dem Einfluss von UV-Strahlen in der Haut gebildet werden. Die übrigen 10-20 Prozent bezieht der Köper aus der Nahrung. Leber und Niere wandeln Vitamin D in Calcitriol um. Dieses fördert den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel. Daneben beeinflusst Calcitriol das Immunsystem, den Zellzyklus sowie die Insulinfreisetzung der Bauchspeicheldrüse. Auch die Muskelkraft verbessert sich bei einer guten Vitamin-D-Versorgung. 

Vorkommen

Nur wenige Lebensmittel enthalten Vitamin D in nennenswerter Menge. Dazu zählen vor allem fettreiche Fische wie Lachs, Hering und Makrele. In Leber, Milchprodukten, Champignons und Ei befinden sich vergleichsweise geringe Mengen des Vitamins.

  • Hering: 7,80-25,00 Mikrogramm/100 Gramm
  • Lachs: 16,00 Mikrogramm/100 Gramm 
  • Makrele: 4,00 Mikrogramm/100 Gramm
  • Hühnerei: 2,90 Mikrogramm/100 Gramm
  • Champignons: 1,90 Mikrogramm/100 Gramm
  • Goudakäse: 1,30 Mikrogramm/100 Gramm

Zudem ist mit Vitamin D angereicherte Margarine im Handel erhältlich. 

Lachs zählt zu den vitamin-D-reichen Lebensmitteln. Doch das meiste Vitamin D wird nicht mit der Nahrung aufgenommen, sondern im Körper gebildet. Der Körper bildet Vitamin D aus einer Vorstufe, dem sogenannten Provitamin: Dazu wird Cholesterin in der Leber in Vitaminvorstufen umgewandelt.
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Bedarf

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt folgende Richtwerte für die tägliche Vitamin-D-Zufuhr bei fehlender körpereigener Vitamin-D-Bildung:

  • Erwachsene, Jugendliche und Kinder: 20 Mikrogramm/Tag
  • Säuglinge (0-12 Monate): 10 Mikrogramm/Tag

Die Zufuhr über Lebensmittel allein reicht nicht aus, um den Vitamin-D-Bedarf zu decken. Erst eine regelmäßige Sonneneinwirkung stellt den Tagesbedarf sicher. Die DGE rät dazu, sich täglich zwischen 12 und 15 Uhr je nach Hauttyp und Jahreszeit im Mittel 5 bis 25 Minuten mit unbedecktem Gesicht, Händen und größeren Teilen von Armen und Beinen der Sonne auszusetzen. Am Vormittag von 10 bis 12 Uhr und am Nachmittag von 15 bis 18 Uhr kann die Dauer der Sonnenlichtbestrahlung verdoppelt werden. Die gute Nachricht: Das muss nicht jeden Tag geschehen, denn der Körper kann im Sommer gebildetes Vitamin D für die Wintermonate speichern.

Mangelerscheinungen

Vitamin-D-Mangel stört die Knochenmineralisierung, das heißt den Einbau von Kalzium und Phosphat in das Knochensystem. Dadurch droht eine Knochenerweichung, die bei Kindern als Rachitis bezeichnet wird, bei Erwachsenen als Osteomalazie. Auch Osteoporose (übermäßiger Knochenabbau) und Karies zählen zu den möglichen Folgen einer Vitamin-D-Unterversorgung.

Ursachen:

  • Zur Risikogruppe für eine chronische Unterversorgung zählen vor allem Senioren, da ihre körpereigene Vitamin-D-Produktion mit dem Alter genauso abnimmt wie die Lust am regelmäßigen Sonnenbad.
  • Eine Unterversorgung entwickelt sich zudem häufig bei chronischen Stubenhockern – also Menschen, die sich kaum im Freien aufhalten.
  • Mukoviszidose und chronische Erkrankungen des Verdauungstrakts wie Morbus Crohn oder Zöliakie begünstigen einen Vitamin-D-Mangel, da sie die Aufnahme des Vitamins im Darm hemmen.
  • Auch chronische Leber- und Nierenerkrankungen fördern eine Unterversorgung.

Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin-D-haltige Nahrungsergänzungsmittel eignen sich für alle Menschen, die Anzeichen eines Vitamin-D-Mangels aufweisen. Über Dosierung und Dauer der Anwendung berät der Arzt oder Apotheker.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin empfiehlt zudem, Säuglingen ab der 1. Lebenswoche bis zum Ende des 1. Lebensjahres täglich eine Vitamin-D-Tablette zu geben, um einer Rachitis vorzubeugen. Die Tablettengabe sollte im 2. Lebensjahr in den Wintermonaten fortgesetzt werden.

Überversorgung

Bei einer Überversorgung mit Vitamin D drohen Nierensteine, Übelkeit, Erbrechen, Depressionen oder Kopfschmerzen.
Eine Überversorgung mit Vitamin D tritt nur bei einer dauerhaften, hochdosierten Aufnahme von Vitamin-D-Präparaten auf.

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Goji-Beeren und Chia-Samen enthalten zwar viele wichtige Nährstoffe, einen Mehrwert gegenüber einheimischen Produkten bieten sie jedoch kaum.

Nahrungsergänzung im Blick: Superfoods

Sinn oder Unsinn?

Superfoods stehen bei vielen Gesundheitsbewussten täglich auf dem Speiseplan – schließlich sollen sie zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten. Doch wie „super“ sind Chia-Samen, Goji-Beeren & Co. wirklich?

Werbeversprechen statt Qualitätsgarantie

Welche Lebensmittel sich „Superfood“ nennen dürfen, ist bisher noch nicht gesetzlich geregelt. Deshalb kann grundsätzlich jeder Hersteller sein Produkt als „super“ verkaufen. Meist tragen Früchte, Samen oder Beeren aus exotischen Ländern diesen Titel. Glaubt man den Werbeversprechen, enthalten die Produkte besonders viele Vitamine und Mineralstoffe, die das Immunsystem stärken, beim Abnehmen helfen oder sogar vor Krebs schützen.

Lieber regional statt exotisch

Das Problem: In den meisten Fällen stützen sich die Versprechen auf Daten aus Laborexperimenten, die nur schwer auf den Menschen übertragbar sind. Außerdem sind die Produkte aus fernen Ländern oft nicht besser als heimische Alternativen. Zum Beispiel enthalten nicht nur Goji-Beeren aus China, sondern auch schwarze Johannisbeeren oder Blaubeeren aus dem eigenen Garten reichlich Antioxidanzien. Auch die Omega-3-Fettsäuren in den begehrten Chia-Samen lassen sich leicht durch fettreichen Fisch ersetzen.

Vorsicht vor gesundheitsschädlichen Rückständen

Warum es oft besser ist, auf heimische Lebensmittel zu setzten, verdeutlicht eine Untersuchung des Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamtes in Stuttgart. Sie prüften Superfoods wie Moringa oder Weizengras-Pulver auf gesundheitsschädliche Rückstände wie Pflanzenschutzmittel oder Schwermetalle. Fast 40% der Proben enthielten mehr Rückstände als gesetzlich zugelassen. Auch als Nahrungsergänzungsmittel verkaufte Extrakte sind laut Bundesamt für Risikobewertung mit Vorsicht zu genießen. Der Grund: Durch die Extraktion steigt die Konzentration einiger natürlicherweise im Lebensmittel vorhandene Giftstoffe. Welche Mengen an Giftstoff das fertige Produkt enthält, ist so nur schwer vorherzusagen.

Quellen: Unabhängige Gesundheitsberatung, Verbraucherzentrale, Untersuchungsamt für Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit, Bundesinstitut für Risikobewertung

08.04.2022 | Von: Marie Schläfer; Bild: Kolpakova Svetlana/Shutterstock.com