Gesundheitsthemen

Blut, Krebs und Infektionen

Blut, Krebs, Infektionen Blut ist unser „Lebenssaft“ – ihm kommt seit der Antike besondere Bedeutung zu. Neueren Datums sind die Erkenntnisse über das körpereigene System zur Krankheitsabwehr mit seinen hoch spezialisierten Zellen und Botenstoffen. Entsprechend den zahlreichen Aufgaben von Blut und Immunsystem und ihren Wechselbeziehungen zu allen Organen des Körpers können die verschiedensten Beschwerden auf Infektionen sowie gut- oder bösartige Erkrankungen von Blut oder Immunsystem hinweisen – hier ist dann der Arzt gefordert, die richtige Diagnose zu stellen. Zur Therapie hält die heutige Medizin weit mehr bereit als nur Antibiotika und Zytostatika – in kaum einem medizinischen Gebiet hat die Molekularmedizin so breiten Einzug in die Krankenhäuser gefunden wie etwa bei den Leukämien. (Bild: Alloy Photography/veer)

Ein Pieks weniger fürs Baby

Die Grundimmunisierung schützt vor gefährlichen Infektionskrankheiten.

Das freut nicht nur die Eltern, sondern auch das Baby: Für die im ersten Jahr angesetzte Grundimmunisierung gegen Diphtherie, Tetanus & Co. ist nun ein Pieks weniger erforderlich.

Vor 6 schweren Infektionskrankheiten geschützt

3 plus 1 — so sah das von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) empfohlene Impfschema bisher für alle Säuglinge aus. Die 3+1 Sechsfachimpfung wird im Alter von 8 Wochen, 3, 4 und 11 Monaten durchgeführt. Sie schützt vor den wichtigsten Infektionen, und zwar vor Diphtherie, Tetanus, Pertussis (Keuchhusten), Poliomyelitis (Kinderlähmung), Haemophilus influenzae (Hib) und Hepatitis B.

Für Frühgeborene gilt das 3+1-Schema weiterhin. Reifgeborene Kinder dürfen sich nun über einen Arztbesuch und einen Pieks weniger freuen, denn die STIKO hat die Impfung im 3. Monat abgeschafft. Für einen zuverlässigen Impfschutz mittels 2+1-Impfschema sind jedoch die Impftermine genau einzuhalten: Die erste Impfung mit dem Sechsfach-Impfstoff muss mit 8 Wochen erfolgen, und zwischen der 2. Impfung mit 4 und der 3. mit 11 Monaten soll unbedingt ein Mindestabstand von 6 Monaten liegen.

Immunsystem steckt Mehrfach-Impfung gut weg

Manche Eltern möchten ihren Säugling jedoch möglichst spät impfen. Sie glauben, das Immunsystem sei für eine Impfung noch nicht reif genug und vor allem mit dem Sechsfach-Impfstoff überfordert. Doch es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass Mehrfachimpfungen das Immunsystem überlasten, betont das RKI. Im Gegenteil: Frühe Impfungen seien besonders wichtig, weil die mit Sechsfach-Impfstoff abgedeckten Erkrankungen vor allem im Säuglingsalter besonders gefährlich sind und nur die Impfung ausreichend Schutz bietet.

Quelle: RKI

16.07.2020 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Syda Productions/Shutterstock.com